- Sonntag, 26. Dezember 2010
Wahre Weihnachtsgeschichte der traurigen Art:
"Wie soll ich weiterleben - ohne dich?"
Vierkirchen. Es ist eine wahre Weihnachtsgeschichte der traurigen Art: Am Tag vor Heiligabend 2004 stirbt der 18-jährige Felix bei einem Autounfall auf schneeglatter Straße. Seine Mutter schrieb ein Buch über die Zeit danach bis heute: Entstanden ist eine tief bewegende Dokumentation von einem Leben mit Verlust, die Menschen mit ähnlichem Schicksal Mut machen und Angehörige wie Freunde verstehen lassen will. Um 5.50 Uhr in der Früh blieb für Renate Maier die Zeit stehen. Zwei Polizeibeamte überbrachten die Nachricht vom Unfalltod ihres Sohnes.
Wenige Stunden zuvor hatte sie noch mit ihm gesprochen. Er besuchte seine Freundin Patti, der es schlecht ging. Die beiden waren verliebt, konnten kaum voneinander lassen. Sie war das Schönste, was Felix sah, bevor ihn ein Baum brutal aus dem Leben riss.
Um 5.50 Uhr in der Früh blieb für Renate Maier die Zeit stehen. Zwei Polizeibeamte überbrachten die Nachricht vom Unfalltod ihres Sohnes. Wenige Stunden zuvor hatte sie noch mit ihm gesprochen. Er besuchte seine Freundin Patti, der es schlecht ging. Die beiden waren verliebt, konnte kaum voneinander lassen. Sie war das Schönste, was Felix sah, bevor ihn ein Baum brutal aus dem Leben riss.
Ende 2010 steht der Baum nicht mehr. Kaum etwas scheint noch an den munteren Buben zu erinnern, hätte nicht seine Familie die Geschichte aufgeschrieben. Es ist ihre Geschichte. Sie handelt vom neuen Leben nach dem Schicksalsschlag, vom Weitermachen.
Felix Mutter erzählt sie herzzerreißend, mit allen Höhen und Tiefen. Vor allem die Tiefen: Das kalte Verhalten der Behörden nach dem Unglück, die einsamen Geburtstage, das leere Kinderzimmer, vom „Abhaken dieser Sache“ und von Patti. Zu ihr haben die Maiers auch weiterhin Kontakt. Und fast schien es, als wollte das Schicksal etwas zurückgeben und Felix irgendwie weiterleben lassen, als sich Patti mit Florian verlobt - dem Bruder.
Was Renate Maier mit ihrem ersten und wahrscheinlich für immer einzigen Buch auf die Beine gestellt hat, verdient Respekt. Wohl kaum zuvor hat eine getroffene Familie so ihr Innerstes nach außen gekehrt. Sie bewältigt damit ihre Trauer, sicherlich, und setzt dem geliebten Sohn auch ein Denkmal. Doch dieses Werk ist mehr, denn es zeigt den Beteiligten eines Schicksals, was die unmittelbar Betroffenen durchmachen, um besser Verstehen zu können.
Das Leben der Familie ähnelt der Story des Kinofilms „Zeit der Trauer“ mit Pierce Brosnan und Susan Sarandon, der in Deutschland nur auf Video erschienen ist: Eine Geschichte aus Verzweiflung, Trauer und Mut mit Menschen, die am Ende stärker als jemals zuvor sind. Für Renate Maier ist Felix noch immer ihr kleines „Licht in der Dunkelheit“ - je mehr Menschen mit schwierigen Situationen umgehen könnten, umso heller wäre das Leben.

Renate Maier, "Wie soll ich weiterleben - ohne dich?", Magic Buchverlag, ISBN-13: 978-3-936935-47-9, 160 Seiten, Verkaufspreis: 15,90 Euro
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